Filmreviews 2025

After the Hunt

After the Hunt

Roberts spielt Alma Olsson, eine Philosophieprofessorin, die es in dem männerdominierten Metier weit gebracht hat. Alma lehrt in Yale und lädt gerne zu intellektuell-stimulierenden, alkoholreichen Partys ein. Ins Wanken gerät ihr privilegiertes Dasein, als ihre Star-Studentin Maggie, gespielt von The Bear-Star Ayo Edebiri, nach einer von Almas Soireen schwere Vorwürfe erhebt: Hat sich Hank (Andrew Garfield), Almas Professorenkollege und guter Freund, sexuell an Maggie vergangen?

Der Film befasst sich mit Macht, nach (gleichgeschlechtlicher) Liebe, nach Anerkennung und (intellektuellem) Status. Der Thriller erzählt kurvenreich, rasant und rückt die Ereignisse und Protagonisten immer wieder in ein anderes Licht. Tolle Schauspieler, gutes Tempo und Spannungsaufbau. Leider bleibt die Enttäuschung über den offenen Schluss.

Besetzung: Julia Roberts, Ayo Edebiri, Andrew Garfield, Michael Stuhlbarg

Regie: Luca Guadagnino

All that’s left of us

All That`s Left of us

Der Film verfolgt über drei Generationen das Schicksal einer palästinensischen Familie, beginnend mit der Vertreibung (Nakba) aus Jaffa im Jahr 1948 bis in die 2020er Jahre unter israelischer Besatzung. Im Mittelpunkt stehen der Lehrer Salim Hammad, seine Frau Hanan (gespielt von Cherien Dabis), der alte Großvater Sharif – der um seine verlorene Orangenplantage in Jaffa trauert – und ihr Sohn Noor.      

Der Film beleuchtet den Kontrast zwischen dem Festhalten an der Vergangenheit und dem Wunsch nach einer Zukunft im Westjordanland. «All That’s Left of You» ist nicht politisch. Der Film hat eine gute Spiellänge, ist persönlich und zutiefst intim. Ein historisches Epos, ein Familienporträt.      

Besetzung: Cherien Dabis, Karim Amer, Martin Hampel, Thanassis Karathanos, Tovmasyan, Aleksei Serebryakov

Regie: Cherien Dabis

Un anno di scuola

Un anno di scuola

„Un anno di scuola“ (2025) erzählt das Coming-of-Age-Drama der schwedischen Schülerin Fredrika, die 2007 nach Triest zieht und als einziges Mädchen eine technische Schule besucht. Sie freundet sich mit drei männlichen Mitschülern an, doch ihre Anwesenheit verändert die Gruppendynamik und führt zu emotionalen Spannungen.
Die Dynamik des Freundeskreises wird durch Freds Anwesenheit gestört, und die Jungs buhlen heimlich um ihre Aufmerksamkeit.

Obwohl die literarische Vorlage von Giani Stuparich bereits 1929 erschien, beweist Regisseurin Laura Samani, wie zeitlos und aktuell diese Geschichte auch heute noch ist. Der Film entführt das Publikum in die Welt einer italienischen Schulklasse in der heutigen Zeit. Eine unterhaltsame Erzählung über ein Coming-of-Age-Drama. Eher auf ein jüngeres Publikum abgestimmt, wobei das ältere Publikum zum Remineszens verleitet.

Besetzung: Stella Wendick, Giacomo Covi, Pietro Giustolisi

Regie: Laura Samani

Arva

Orphan – Arva

Mit Fussballspielen und Herumstreunen vertreibt sich der zwölfjährige jüdische Halbwaise Andor Hirsch (Bojtorján Barabas) im Budapest die Zeit. Schule und Bildung bleiben gesellschaftlichen Aussenseitern wie ihm verwehrt. Der Film erzählt die Geschichte eines jungen jüdischen Jungen, der nach dem Tod seiner Mutter nach Antworten sucht und dabei auf Geheimnisse stösst, die seine Identität ebenso erschüttern wie das kollektive Bewusstsein seines Landes.

Ungarn und Deutschland verbindet eine komplexe, von politischen Umbrüchen und persönlichen Tragödien geprägte Geschichte. Während in Deutschland das Jahr 1956 hauptsächlich als ein Wendepunkt des Kalten Krieges wahrgenommen wird, ist es für Ungarn tief in der nationalen Identität verankert – als traumatisches Ereignis mit Tausenden von Verhaftungen, zahlreichen Hinrichtungen und einer massiven Fluchtbewegung ins Ausland, darunter auch nach Deutschland. Genau in diese Atmosphäre führt Nemes’ Film hinein und stellt Fragen nach Identität, Schuld und Verantwortung, die über die Grenzen Ungarns hinausreichen.

Besetzung: Bojtorján Barabás, Andrea Waskovics, Grégory Gadebois

Regie: László Nemes

Babystar

Babystar   

Die Sommers sind die Family-Influencer of hell. Schon vor der Geburt der zur Zeit der Handlung 16-jährigen Tochter, die natürlich auch auf den Familienkanälen übertragen wurde, war das Familienleben Content. Lucas gesamte Entwicklung, Ultraschallbilder, erste Erfolge auf dem Töpfchen, unangenehme Mutter-Tochter-Aufklärungssgespräche, Yoga, Zähneputzen, Essen – alles wird aus der so durchdesignten wie gesichtslosen Familienvilla in die grosse weite Welt übertragen. Lächeln, gut aussehen, Markenwerbung einbauen, und der Profit steigt. Die Stimmung kippt, als ihre Eltern Luca offenbaren, dass sie ein zweites Kind wollen und gleich online wieder mit der Vermarktung des neuen „Produkts“ beginnen.   

In seinem Ansatz hat „Babystar“ etwas Didaktisches, und die Kälte, mit der Bongard seiner Heldin folgt, fördert nicht gerade den emotionalen Zugang zu ihr. Zugleich ist dieser Modus konsequent in diesem Film, der den kapitalistischen Oberflächenkult unserer Gegenwart auf Anschlag dreht und dessen zwischenmenschliche Folgen durchseziert und der selbst Marken verpixelt und auspiept.  Emmerich`s Haus stand für den Filmdreh zur Verfügung. Der Film selber verliert leider im Verlauf der Geschichte an Fahrt und verpasst somit das Finale. Schade, er hätte sicher Potential gehabt. Dennoch sehenswert, wenn man bedenkt, dass dies sein Erstling ist, und nach oben noch genügend Raum bleibt.      

Besetzung: Maja Bons, Bea Brocks, Liliom Lewald, Joy Ewulu

Regie: Joscha Bongard

Ballad of a small player

Ballad of a Small Player   

Lord Doyle (Collin Farrell) ist in Macau untergetaucht. Er lebt praktisch in Casinos, betäubt sich dort rund um die Uhr mit jeder Menge Alkohol und gräbt sich immer tiefer ins Schuldenloch, weil er das Spielen einfach nicht lassen kann. Doch dann schlägt ihm die Casinoangestellte Dao Ming (Fala Chen) einen Deal vor, den Doyle als Weg aus seiner Misere begreift. Mittlerweile dicht auf den Fersen ist ihm die mit allen Wassern gewaschene Privatermittlerin Cynthia Blithe (Tilda Swinton), die mit dem Grund zusammenhängt, aus dem Doyle eigentlich nach Macau geflohen ist.   

Der Film hat viele schöne Inszenierungen in visuell opulenter Bilder in petto. Ein richtiger Augenschmaus, leider bietet die voraussehbare Geschichte wenig Fleisch am Knochen und der Film wartet mit keiner Überraschung auf.   

Man hat das Gefühl, dass Edward Berger zuviel darin verpacken wollte. Vielleicht wäre weniger mehr gewesen.   

Besetzung: Colin Farrell, Fala Chen, Deanie Ip, Alex Jennings, Tilda Swinton

Regie: Edward Berger

Le beauté de lâne


La Beauté de l`Âne


„La Beauté de l’Âne“ ist ein Dokumentarfilm der Schweizer Regisseurin Dea Gjinovci, der eine bewegende Spurensuche in der Vergangenheit des Kosovo beschreibt. Mit lokalen Laienschauspieler:innen bringen sie längst Vergangenes in einem Reenactment zurück. Das Drehbuch entsteht vor Ort durch kollektives Erinnern, aber auch durch schmerzhafte Lücken in der Familiengeschichte. Mit grosser Sensibilität nähert sich Dea Gjinovci dem Trauma ihrer Familie. Sie gibt der wunderschönen Landschaft Makërmals einen Teil seiner Geschichte zurück, die in den Wirren der Nachkriegszeit verlorenging.

Ein Porträt, zwischen Dokumentarfilm und magischen Elementen, das zeigt, wie Geschichten in Körpern, Landschaften und Beziehungen weiterleben. Leider wirkt der Film für mich zu wenig stimmig. Vielleicht ist der Weg das Ziel und die Regisseurin hat ihr Ziel erreicht – ich bin irgendwo mitten im Film auf der Strecke geblieben.

Regie: Dea Gjinovic

The blue trail


Tereza the blue trail


Die 77-jährige Tereza hat ihr ganzes Leben in einer Kleinstadt im Amazonasgebiet verbracht, bis sie eines Tages eine Anordnung der Regierung erhält, in eine Wohnsiedlung für ältere Menschen zu ziehen. Hier sollen die Alten ihre letzten Jahre „geniessen“, während die junge Generation sich voll und ganz auf Produktivität und Wirtschaftswachstum konzentrieren kann. Jedoch möchte Sie vorher sich einen Wunsch erfüllen.

Tereza the Blue Trail ist eine dystopische Road-Movie-Satire, die durch ihre visuell beeindruckende Amazonas-Kulisse und starke Darstellung von Denise Weinberg heraussticht. Es zeigt auf, wie alte Menschen zur Last und immer weniger Rechte haben, bis sie schlussendlich abgeschoben werden. Mit 90 Minuten eine gute Länge.

Besetzung: Denise Weinberg, Tibério Azul, Murilo Hauser

Regie: Gabriel Mascaro


Bugonia

Bugonia   

Zwei von Verschwörungstheorien besessene junge Männer entführen die einflussreiche Geschäftsführerin einer grossen Firma, überzeugt davon, dass sie eine Ausserirdische ist, die plant, die Erde zu zerstören. Was folgt, ist ein meist kammerspielartiger Meinungs- und Schlagabtausch darüber, was denn hier bitte die eigentliche Wahrheit ist. Zwischen dem sich im Kreis drehenden Geschwätz, dem man vor allem wegen des wahnsinnig gut aufgelegten Ensembles folgt, spielen noch die Ereignisse um Teddys Mutter (Alicia Silverstone) in Flashbacks und ein Polizist eine Rolle, mit dem Teddy eine kaputte Vergangenheit teilt.      

Yorgos Lanthimos kehrt mit seiner unverwechselbaren, absurden und schwarzhumorigen Erzählweise zurück. Diesmal nimmt er das Thema Klimawandel, Kriegen, neuen Technologien und zu der modernen Wirtschaftswelt aufs Korn. Er kreiert wieder einmal mehr eine fantastische Welt mit skurrilen Figuren in einer verstörende Atmosphäre. Yorgos polarisiert und ich bin sicher, dieser Stil trifft nicht jedermanns Geschmack. Mir hat er sehr gut gemundet.      

Besetzung: Emma Stone, Jesse Plemons, Aidan Delbis

Regie: Yorgos Lanthimos


California scheming

California Scheming   

Die britischen Rapper Gavin Bain (Séamus McLean Ross) und Billy Boyd (Samuel Bottomley) scheitern in späten 90ern stets daran, für diese Musikrichtung die falschen Akzente zu haben. Daher geben sie sich von nun an als Kalifornier aus und nehmen ihre Songs mit entsprechendem Dialekt neu auf. Der Plan geht auf und schon bald habe sie einen Plattenvertrag und einen Auftritt auf MTV.      

Der Debütfilm von McAvoy ist eine schwarze Komödie/Biografie, die auf den Memoiren von Gavin Bain basiert und thematisiert Identität, Vorurteile in der Musikindustrie und Freundschaft. Er hat gute Aspekte und Ansätze, subtile Veränderungen. Solide Erzählung mit wunderbarer schottischer Akzent.   

Besetzung: James McAvoy, Lucy Halliday, James Corden

Regie: James McAvoy


The dating game


The Dating Game

Chinas jahrelange Ein-Kind-Politik hat Spuren hinterlassen: Die Zahl der Männer übersteigt bei weitem die der Frauen. Wir dürfen drei ewige Junggesellen an einem intensiven siebentägigen Dating-Camp begleiten, das von einem der gefragtesten Dating-Coaches Chinas geleitet wird, was möglicherweise ihr letzter verzweifelter Versuch ist, Liebe zu finden. Intensiv-Dating-Camp von Hao teil, einem der gefragtesten Dating-Coaches Chinas. Die Methode von Hao ist die strategische Täuschung, die vorsieht, dass seine Klienten niemals sie selbst sein sollen. Eine These, die seine Frau Wen, selbst Dating-Coach mehr als fragwürdig findet.

Ein sehr interessanter Dokumentation. Mit Witz und Hintersinn liefert Violet Du Feng einen unterhaltsamen Einblick in Chinas kompetitive Dating-Szene.

Regie: Violet Du Feng


Desert warrior

Desert warrior   

Arabien, im 7. Jahrhundert. Mehrere Clans kämpfen um die Vorherrschaft. Die Prinzessin Hind (Aiysha Hart) soll an Kisra (Ben Kinglsey), den rücksichtslosen und brutalen Herrscher des Sassanidenreichs, verheiratet werden. Doch sie weigert sich – und kann mit ihrem Vater in die Wüste entkommen. Kisra schickt ihr einen Söldner (Sharlto Copley) mit einer ganzen Armee hinterher, um sie zu fangen. Die Prinzessin trifft derweil in der Wüste einen mysteriösen Banditen (Anthony Mackie), der sich entscheidet, ihr bei einem gewaltigen Vorhaben zu helfen. Denn um eine Chance gegen Kisra und seine militärische Macht zu haben, muss Hind die verfeindeten kleinen Clans überzeugen, an einem Strang zu ziehen. Nur gemeinsam kann man das Sassanidenreich zu Fall bringen.   

Kurz und bündig: seichte Story, flache Charakteren, wunderschöne Wüstenbilder zum Geniessen und ein Schmaus für die Augen.      

Besetzung: Anthony Mackie, Aiysha Hart, Sir Ben Kingsley

Regie: Rupert Wyatt

Eagles of the republic

Eagle of the republic   

Fahmy (Fares Fares) steigt nach den Dreharbeiten in den innersten Zirkel der Macht auf. Bald schon wird er zu einer Marionette und gerät in ein undurchschaubares Netz aus Intrigen. Drahtzieher sind das Militär, der Geheimdienst und der mysteriöse Dr. Mansour. Der Schauspieler sieht nicht nur seine Würde und Selbstachtung in Gefahr. Bald schon fürchtet er um sein Leben und das seiner Familie. Zwischen persönlicher Integrität, Angst vor Konsequenzen und wachsender innerer Unruhe muss er entscheiden, welchen Weg er einschlägt.      

Dieser Politthriller ist spannend erzählt, hat jedoch eine gewisse Länge, welche trotz schwarzer Humor, Spannung und subtilen Bedrohungen, nicht wettmacht.         

Besetzung: Fares Fares, Lyna Khoudri, Amr Waked, Zineb Triki

Regie: Tarik Saleh

Father

Father   

Father basiert auf einer wahren Geschichte – oder, um ganz genau zu sein, auf mehreren wahren Geschichten. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen: Es kommt zu einer Tragödie, was das Leben eines Vaters (Milan Ondrík) verändern wird. „Forgotten Baby Syndrome“: Er vergisst sein Kleinkind auf dem Rücksitz seines Autos – mit fatalen Folgen. Über Nacht wird er zum Bösewicht – für die Menschen, die er kennt, und für völlig Fremde, die sich in den Kommentaren, die er nachts gedankenlos durchblättert, über ihn echauffieren.   

Das Hervorragende an „Father“ ist das unglaubliche Einfühlungsvermögen. Der Film zeigt, jemanden zu vergeben, der glaubt, keine Vergebung verdient zu haben. Als Zuschauer leidet man stumm mit der Figur mit. Der Film arbeitet mit sehr langen Einstellungen, was sehr emotional wirkt.

Besetzung: Milan Ondrik, Dominika, Moravkova, Anna Geislerova

Regie: Tereza Novotva

Father, mother, sister, brother

Father, Mother, Sister, Brother   

Die Geschwister Emily und Jeff besuchen ihren Vater in seinem abgelegenen Haus an einem malerischen Ort im Nordosten der USA. Seit dem Tod ihrer Mutter lebt er allein. Sie sehen sich selten und ihr Umgang ist steif und unbeholfen. Sie finden kaum einen gemeinsamen Gesprächsstoff, retten sich in Belanglosigkeiten und lügen sich gegenseitig etwas vor. Im Vordergrund steht die augenscheinliche Verwahrlosung des in die Jahre gekommenen Vaters. Ähnlich erleben die Schwestern Timothea und Lilith den jährlichen Nachmittagstee um Weihnachten bei ihrer Mutter in Dublin, einer erfolgreichen Autorin und kühlen, unnahbaren Frau: wenig Nähe, viel Zurückhaltung und vereinzelt spitze Bemerkungen und das Aufflammen ungelöster Spannungen. Dagegen haben die Zwillinge Skye und Billy eine enge Bindung. Im leerstehenden Apartment ihrer Eltern betrauern sie deren kürzlichen Tod. Zugleich wird ihnen jetzt klar, wie viel ihnen in all den Jahren verborgen geblieben ist und wie wenig sie eigentlich über ihre Eltern wussten.      

In seiner gewohnte Art, zeigt der Kultregisseur und Altmeister Jim Jarmusch eine Geschichte in drei Episoden auf, welche die Facetten familiärer Entfremdung – Geheimnisse, Verletzungen, festgefahrene Muster, Ratlosigkeit und Bedauern, sichtbar macht. Was passiert, wenn zwischen Eltern und Kinder keinen Platz mehr für Worte übrig bleibt?         

Besetzung: Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Cate Blanchett

Regie: Jim Jarmusch

Frankenstein

Frankenstein   

Dr. Victor Frankenstein (Oscar Isaac) ein brillanter Wissenschaftler, ist besessen davon neues Leben zu erschaffen. In einem gewagten Experiment setzt er seine Theorien in die Tat um und erschafft eine Kreatur (Jacob Elordi) aus verschiedenen menschlichen Körperteilen. Anstatt jedoch, wie erhofft, Perfektion zu erreichen, entsteht ein Monster, welches von der Gesellschaft verstossen wird. Die Kreatur, gefangen zwischen dem Wunsch nach Akzeptanz und dem Drang nach Rache, stellt schliesslich sowohl ihren Schöpfer, als auch sich selbst vor eine tragische Konfrontation, die Dr. Frankenstein bereuen lassen soll, sich mit seiner Schöpfung in die Natur eingemischt zu haben.      

Der Oscar-prämierte Regisseur Guillermo del Toro verfilmt Mary Shelleys klassische Geschichte über Victor Frankenstein und bleibt nahe an der Originalstory. Episch, mit viel Raum für die Geschichte und in einer wunderschöne Kulisse gedreht, so wie man sich in Guillermo del Toro gewohnt ist. Bereits von Beginn des Storytelling an ist man von der bildgewaltige Geschichte gebannt.      

Besetzung: Oscar Isaac, Jacob Elordi, Mia Goth, Christoph Waltz   

Regie: Guillermo del Toro   

The golden spurtle


The Golden Spurtle


Der Dokumentarfilm The Golden Spurtle nimmt die Zuschauer:innen mit in die schottischen Highlands, wo in einem kleinen, beschaulichen Dörfchen, namens Carrbridge, jedes Jahr eine ganz besondere Weltmeisterschaft abgehalten wird: der Titel für den bzw. die weltbeste(n) Porridge-Koch oder -Köchin. Der Film bietet liebevolle Porträts von Einheimischen und internationalen Teilnehmern, darunter der langjährige Organisator Charlie Miller.

Mit viel Charme, Witz und perfektem komödiantischem Timing gewährt uns Constantine Costi (Australier) einen Blick hinter die Kulissen eines Events, von dem wohl kaum jemand zuvor gehört hat – rund um ein Gericht, das oft für seine Einfachheit belächelt wird. Der Regisseur hat dem Organisator Charlie Miller ein langes Email geschickt und um Filmerlaubnis gefragt. Nachdem er ein kurzes OK erhalten hatte, flog er nach Schottland und hat mit Zeit und Geduld, sich das Vertrauen des Dorfes gewonnen. Das spürt man durchwegs im gesamten Film. Denn es wird nicht über die Menschen, sondern mit den Menschen gelacht. Eine wunderbare Geschichte über daraus entstandene Freundschaften – mitten im jährlichen Konkurrenzkampf um den golden Spurtle! Unbedingt schauen.

Besetzung: Ian Bishop, Adam Kiani, Charlie Miller

Regie: Constantine Costi

The ground beneath our feed

The Ground Beneath Our Feet   

Der visuell eindrucksvolle Film dokumentiert Fragmente des täglichen Lebens der älteren Bewohner eines Pflegeheims in Reykjavik und nimmt uns mit auf eine Reise an einen Ort des ruhigen Müssiggangs, der von der Zeit unberührt zu sein scheint. Fast schüchtern, subtil, leise und spannungslos Einblicke in das Leben der Gegenwart, eingefangen zärtlich und respektvoll durch das Kameraobjektiv, ergeben eine impressionistische filmische Darstellung älterer Menschen.      

Regisseurin Yrsa Roca Fannberg hat 15 Jahre daran gearbeitet. Durch ihren Background als Pflegerin, ist ihr mit viel Einfühlungsvermögen einen Film über das Älterwerden ganz im Stillen geworden.      

Regie: Yrsa Roca Fannberg

How deep is your love


How deep is your love

Der Dokumentarfilm „How Deep Is Your Love“ (2025) von Eleanor Mortimer begleitet Meeresbiologen bei der Erkundung unentdeckter Tiefsee-Ökosysteme. Der Fokus liegt auf dem Konflikt zwischen wissenschaftlicher Neugier und kommerziellen Interessen, die wertvolle Ressourcen aus der Tiefe gewinnen wollen.

Die Dokumentation gilt als ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz, der die verborgene Welt der Tiefsee hervorhebt und ist nicht als lehrreiche Dokumentation zu sehen. Man sucht vergeblich nach neue Tiefseeformen. Ein sehr warmer, persönlicher Film von der sympathischen Regisseurin.


Mitwirkende (Wissenschaftler): Muriel Rabone (Tiefseeökologie und Parasitologie) und Dr. Lupita Bribiesca Contreras (Biogeographie, Evolution, Stachelhäuter)

Regie: Eleanor Mortimer

Human resource

Human Resource   

„Human Resource“ ist ein thailändisches Drama von Nawapol Thamrongrattanarit, das das Leben einer Personalverantwortlichen (Fren) in Bangkok beleuchtet. Sie interviewt neue Mitarbeiter, während sie heimlich mit ihrer Schwangerschaft und der Frage ringt, ob sie ein Kind in eine fragile Welt bringen soll. Der Film behandelt Themen wie den „White-Collar-Grind“, den Mangel an sozialer Unterstützung und die Feindseligkeit der Arbeitsumgebung in Bangkok und die dunklen Seiten der Globalisierung.      


„Human Resource“ ist ein ernüchterndes und oftmals erdrückendes Drama über die moderne Arbeitswelt. Nawapol Thamrongrattanarit zeigt einen Einblick in die Leistungsgesellschaft und Profitorientierung sowie der Frage, was wir der nächsten Generation hinterlassen und ob sie es besser haben werden als wir.      

Besetzung: Prapamonton Eiamchan, Paopetch Charoensook, Pimmada Chaisakaoen

Regie: Nawapol Thamrongrattanarit

Jay Kelly

Jay Kelly   

Grosser Ruhm hilft offenbar auch nicht viel dabei, Langeweile zu überbrücken. Jedenfalls hat der bekannte Schauspieler Jay Kelly (George Clooney) keine Ahnung, wie er die eigentlich nur kurze Drehpause bei seinem neusten Projekt überbrücken soll. Sein Job erfüllt ihn einfach nicht mehr so richtig. Auch in der Familie liegt einiges schief. Seine älteste Tochter Jessica (Riley Keough) hat sich längst von ihm abgewandt. Die jüngere Daisy (Grace Edwards) wird erwachsen und macht auch zunehmend ihr eigenes Ding und macht Ferien mit ihren Freunde in Italien, um noch einmal die letzte Freiheit vor ihrem Start am College zu geniessen. Jays Fass zum Überlaufen bringt schliesslich die Nachricht vom Tod eines alten Freundes. Er will einfach raus aus diesem Leben. Also bricht er mit seinem langjährigen Manager Ron (Adam Sandler) im Schlepptau zu einer turbulenten Reise quer durch Europa auf. Dabei sehen sich beide mit den Konsequenzen ihrer Entscheidungen, den Bindungen zu ihren Liebsten und der Frage nach dem Vermächtnis, das sie hinterlassen, konfrontiert.      

Für mich war der Film von Noah Baumbach (verheiratet mit Greta Gerwig, Macherin von «Barbie») sehr stimmig. Gute Bildideen, welche – meiner Meinung nach – sehr gut umgesetzt wurde. Ich habe das Gefühl, dass die Stimmung am Set sehr gut war 🙂 Schlussendlich ein «Feel good Movie».      

Besetzung: George Clooney, Adam Sandler, Stanley Townsend

Regie: Noah Baumann

Last Viking

Last Viking 

Nach 15 Jahren Gefängnis wegen eines Banküberfalls wird Anker entlassen. Endlich kann er seinen Anteil der Beute zurückholen, den sein Bruder Manfred damals vergraben hat. Aber dieser leidet an einer dissoziativen Identitätsstörung und hält sich fnun ür John Lennon. Er hat keine Ahnung, wo das Geld sein könnte. 

Um seine Erinnerungen zu wecken, fahren die Brüder zum ehemaligen Elternhaus, das inzwischen von einer Hobby-Boxerin und ihrem Mann über Airbnb vermietet wird. Dort holt die beiden nicht nur ihre Vergangenheit ein, sondern auch Manfreds zuständiger Arzt aus der Klinik taucht auf und macht mit einer absurden Idee das Chaos perfekt. 

Jede Menge Drama und schwarzer Humor aus Dänemark super gespielt. Toller Mad Mikkelsen, kurzweilig und ein toll gemachter Vor und Abspann mit den Vikinger Comic. Absolut nach meinem Gusto.  

Besetzung: Mads Mikkelsen, Sofie Grabol, Nikolaj Lie Kaas

Regie: Anders Thomas Jensen

left handed girl


The Leftlanded Girl

Die alleinerziehende Mutter Shu-Fen kommt mit ihren beiden Töchtern I-Ann und I-Jing nach Taipeh zurück in eine kleine Wohnung. Dort will sie einen Nudelstand auf einem Nachtmarkt eröffnen und einen Neubeginn wagen. Der nette Standnachbar ist stets hilfsbereit und die kleine Tochter der heimliche Star auf dem Markt. Doch es gibt viel Streit mit der älteren Tochter, die an einem Betelnuss-Stand arbeitet und mit den strengen Grosseltern, die mit dem Lebensstil der kleinen Familie unzufrieden sind.

Das Geld ist stets knapp und die Existenzangst gross, umso mehr als der Ex-Mann stirbt und die Mutter aus Loyalität die Beerdigung bezahlen will. I-Jing muss währenddessen zu den Grosseltern und während die Oma sich in Menschenschmuggel verstrickt, verbietet der Grossvater der kleinen Linkshänderin den Einsatz ihrer «Teufelshand». Das hat drastische Folgen: I-Jing beginnt, mit der linken Hand kleine Diebstähle zu begehen und schliesslich stirbt ihr Erdmännchen-Haustier bei einem Unfall, nachdem sie mit der linken Hand einen Ball gerollt hatte, der aus dem Fenster fiel und das Tier hinterher sprang. Es ist die grosse Schwester, die der Kleinen hilft, alles wieder auszubügeln und das Diebesgut zurückzubringen. Doch die Familiengeheimnisse dreier Generationen kommen schliesslich ans Licht, als die grosse Schwester schwanger wird.


Der Film besticht durch starke schauspielerische Leistungen (besonders Nina Ye, 5 jährig). Gutes Storytellig und ein gelungenes Solodebüt von Shih-Ching Tsou!

Besetzung: Janel Tsai, Shih-Yuan Ma, Nina Ye

Regie: Shih-Ching Tsou

The lost bus


The Lost Bus


Am Steuer sitzt hier mit Matthew McConaughey ein tätowierter, zerknitterter Mann mit einer langen Liste lebensgroßer Probleme, von denen der pubertierende Sohn (gespielt von Levi, einem der McConaughey-Söhne) noch zu den kleineren zählt. Busfahrer Kevin McKay hat seinen entfremdeten Vater verloren, eine kranke Mutter (Kay McCabe McConaughey, Matthews Mutter), ist unglücklich geschieden und muss, unbezahlter Rechnungen wegen, beim Schultransport um Extraschichten betteln.

Der Film ist nicht grandios, fehlt an Spannung, jedoch steigert er sich zu einem wahrhaft grossen Moment, wenn der Bus in den Wäldern vom Flammenmeer eingeschlossen wird, die Fenster glühen und nur noch verklebte Lüftungsschlitze die Kinder am Leben halten. In diesem Augenblick ist die Verzweiflung total – umso kathartischer wirkt verzweifelter Entschluss, trotz allem wieder weiterzufahren.

Besetzung: Matthew McConaughey, America Ferrera, Yul Vazquez

Regie: Paul Greengrass


The love that remains


The love that remains


Die Künstlerin Anna würde sich eigentlich gerne von ihrem seefahrenden Ehemann Magnus trennen, doch sie haben drei gemeinsame Kinder, Tochter Ída und die Söhne Grímur und Þorgils, für die Anna die Hauptlast der Erziehung schon seit langem alleine trägt. Wegen seiner Arbeit auf einem Fischereitrawler ist er oft wochenlang auf dem Meer. Wenn Magnus zuhause ist, erscheint er ihnen mehr als ein Gast denn als ein Familienmitglied.

The Love That Remains (Originaltitel Ástin sem eftir er) ist ein Filmdrama von Hlynur Pálmason. Der Film mit Saga Garðarsdóttir, Sverrir Guðnason, Ída Mekkín Hlynsdóttir, Þorgils Hlynsson und Grímur Hlynsson in den Hauptrollen fängt ein Jahr im Leben einer Familie ein, während die Eltern ihre Trennung verarbeiten.


Besetzung: Saga Garðarsdóttir, Sverrir Guðnason, Ída Mekkín Hlynsdóttir, Grímur Hlynsson

Regie: Hlynur Pálmason

Il maestro


Il Maestro

Ein Dreizehnjähriger, der unter der Anleitung seines ehrgeizigen Vaters eine Profi-Tenniskarriere anstrebt, hat sich in den 1980ern zum ersten Mal für die Teilnahme an überregionalen Turnieren qualifiziert. Sein Vater heuert deswegen einen ehemaligen Tennisstar an, um den Jungen zu coachen und zu den Turnieren zu begleiten. Der abgehalfterte Ex-Meisterspieler kann allerdings mit dem verbissenen Musterschüler-Habitus seines Schützlings nur wenig anfangen und ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Mit zunehmender Intensität der Trainingseinheiten entwickelt sich eine ungewöhnliche Verbindung zwischen den beiden. Der Mentor versucht, dem Jugendlichen dabei zu helfen, seinen Platz auf dem Spielfeld und im Leben zu finden, während er gleichzeitig mit seinen eigenen Bedauern und verpassten Chancen konfrontiert wird. Der Film thematisiert dabei die vielschichtige Beziehung zwischen Weitergabe und Ehrgeiz, in einem Umfeld, in dem sportlicher Erfolg das Potenzial hat, persönliche Lebenswege grundlegend zu verändern.


Das Projekt wurzelt in den persönlichen Erfahrungen des Regisseurs. Andrea Di Stefano, der in seiner Jugend Tennis spielte, sah den Film als Hommage an einen Lehrer, der seine Teenagerjahre prägte. Viele Szenen der Geschichte basieren auf echten Erinnerungen, die im Kontext einer fiktionalen Erzählung verarbeitet wurden, die sich um Themen wie Mentorschaft, Berufung und den Umgang mit Misserfolg dreht. Schönes Kino aus der 80er Italien. Mit Münztelefon, einen Sack voll Kleingeld, damit mit aus dem Münztelefon im Restaurant einen Anruf nach Hause tätigen kann. Natürlich mit der Wahlscheibe! Eine sehr unterhaltsame Tragikomödie.

Besetzung: Pierfrancesco Favino, Tiziano Menichelli, Giovanni Ludeno

Regie : Andrea Di Stefano

Marama

Marama   

1859 begibt sich die junge Māori-Lehrerin Mary Stevens (Ariāna Osborne) auf die Suche nach familiären Wahrheiten. Das Herrenhaus, in dem sie eine Anstellung annimmt, ist jedoch von dunklen Geheimnissen geprägt. Dort stößt sie unter anderem auf gestohlene Māori-Schätze, flüsternde Ahnengeister sowie verborgene Absichten. Visionen und Erinnerungen, die nicht ihre eigenen sind, stellen sie vor eine wachsende Herausforderung, während sie um ihre Identität, Freiheit und ihr spirituelles Überleben ringt.      


Der Film hat eine düstere Gothic Atmosphäre, die Maori-Kultur einbringt. Ein im Prinzip gute Idee und interessante Kombination. Auch die Schauspielerische war solid. Jedoch was daraus entstand, war ein uninspirierter Folk-Horrorfilm.   

Besetzung: Ariana Osborne, Toby Stephens, Umi Myers

Regie: Taratoa Stappard

The mastermind


The Mastermind


1970 im kleinstädtischen Massachusetts: In wollige Stoffe gekleidete Menschen bewegen sich durch eine Welt gedämpfter Herbstfarben. James Blaine Mooney, kurz J.B. genannt, ist Ehemann, Vater, arbeitsloser Tischler und Richtersohn – und fasziniert vom Framingham Museum of Art. Insbesondere von dessen schlechter Bewachung, denn der nach aussen hin ambitionslose Mittdreissiger hat einen Plan: Er will vier abstrakte Gemälde des Künstlers Arthur Dove klauen und zu Geld machen. Kumpane mit Strumpfhosen als Gesichtsbekleidung werden schnell gefunden, jedoch haben sie leider nicht über die Konsequenzen gedacht.


Eine Erzählung über einen Kunstraub, weder spannend noch ausserordentlich gut erzählt. Another heist movie, hat jedoch den Indie-Charme und wird von den Figuren im Film getragen.

Besetzung: Josh O’Connor, Alana Haim, John Magaro, Gaby Hoffmann, Bill Camp, Hope Davis

Regie: Kelly Reichardt

Miroirs No. 3


Miroirs No. 3



Ein Ausflug ins Umland der Hauptstadt zusammen mit ihrem Freund ist also angesagt. Doch der Trip nimmt kein gutes Ende, denn beide werden in einen schweren Autounfall verwickelt. Er stirbt, aber Laura überlebt entgegen jeder Wahrscheinlichkeit ohne auch nur ein gekrümmtes Haar. In den Nachwehen des schrecklichen Unfalls wird Laura erst mal von Betty (Barbara Auer) aufgenommen, die den katastrophalen Crash beobachtet hat. Dort, bei Betty, ihrem Ehemann Richard (Matthias Brandt) und deren Sohn Max (Enno Trebs) findet sie nach dem einschneidenden Erlebnis schnell Halt und emotionale Zuflucht. Doch während Laura glaubt, langsam heilen zu können, bemerkt sie, dass auch Bettys Familie mit einem tief sitzenden Schmerz umgehen muss, der ebenfalls danach verlangt, verarbeitet zu werden.

Christian Petzolds erzählt im „Miroirs No. 3“ von der Überwindung von Verlust und Schmerz durch die Flucht in ein geträumtes Leben. Der Filmtitel ist angelehnt an das Klavier-Stück von Maurice Ravel.

Regie: Christian Petzold

Besetzung: Paula Beer, Barbara Auer, Matthias Brandt

Momo

Momo   

In einer kleinen Stadt lebt ein Mädchen, das sich Momo nennt und viele Freunde hat, weil sie so gut zuhören kann und die Menschen in einem Freilufttheater zusammenbringt. Dann tauchen seltsame Personen in grauen Anzügen auf, die den Menschen vorrechnen, welche Zeit sie im Leben zur Verfügung haben, wofür sie sie verwenden und wie viel Zeit sie einsparen könnten. Das klingt alles sehr verständlich und wichtig, und so fangen Momos Freunde an, Zeit zu sparen: Sie arbeiten schneller, verbringen keine Zeit mehr mit den Kindern, unterhalten oder treffen sich nicht mehr. Sie verzichten also gerade auf die Dinge, die sie glücklich machen oder die ihnen wichtig sind. Nur Momo merkt, dass etwas nicht stimmt.   

Eine gute Adaption in die digitale Welt (mit Social Media) umgesetzt. Der Film erzählt seine Geschichte in beeindruckenden Bildern und bleibt dem Original aus 1986 und widmet sich dem immer wiederkehrenden Thema: Die Zeit. Kennen wir das nicht zu genüge und stets aktuell? Aussergewöhnliche Schauspielleistung von Jungakteure Alexa Goodall und Martin Freeman!      

Besetzung: Alexa Goodall, Araloyin Oshunremi, Jennifer Amaka Pettersson

Regie: Christian Ditter


The new beginnings


The New Beginnings

Die Freunde treffen sich wie jedes Jahr zu Silvester, um Traditionen und Erinnerungen zu pflegen. Nun bring Nomi (Tuva Novotny) ihren neuen Partner Finn (Lars Brygmann) mit und die heile Fassade der Gruppe stört. Martin, der immer Teil der Feier war, verstarb vor Jahren bei einem tragischen Unfall. Nomi, die mit ihm zusammen war, lebt mit dem gemeinsamen Sohn noch immer in derselben Wohnung. Ihr neuer Partner tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste. Über den ganzen Abend kommt Stimmung auf, doch diese ist nicht immer positiv.


Tolles dänisches Kino, rassig und lustig erzählt. Wer Tiefgang erwartet ist bestimmt im falschen Film. Vielleicht bietet der Film von Paprika Steen keine bahnbrechende Story, aber kurzweilig und unterhaltsam ist er allemal.

Besetzung: Anders W. Berthelsen, Lars Brygmann, Mikka Chantal Deleura

Regie: Paprika Steen

No other choice


No other choice

Ein langjähriger Facharbeiter Man-su (Lee Byung-hun) verliert unerwartet seinen Job und kämpft verzweifelt um eine neue Anstellung. Als Bewerbungen scheitern und der Druck wächst, entwickelt er einen radikalen Plan, um seine Chancen zu verbessern. Obwohl Man-su ausgesprochen methodisch an seinen Serienmord-Plan herangeht, passieren ihm jede Menge unerwartete Pannen und Missgeschicke, die den Morden eine gute Portion Absurdität und Slapstick verpassen. Dabei setzt die Musik kontrapunktische Akzente, konterkariert die hinterhältigen Morde mit Elementen einer verspielten Komödie, die perfekte Welt mit ihrer systematischen Dekonstruktion. Eine sehr unterhaltsame Geschichte, wie aus einem loyalen Angestellten ein kaltblütiger Mörder wird.

Berühmt geworden ist der südkoreanische Regisseur Park Chan-wook mit blutig-bösen Rache-Thrillern wie „Oldboy“ oder „Lady Vengeance“. Wie Stil und Genre des ganzen Films oszilliert auch sein Spiel zwischen überdrehter Lächerlichkeit und wahrhaftiger Menschlichkeit. Im Kern des Irrwitzes bleiben seine Nöte real in einem Film, dessen visuelle Brillanz immer wieder in schrille Hysterie umschlägt.

Besetzung: Lee Byung-Hun, Son Ye-Jin, Woo Seung Kim

Regie: Park Chan-Wook


Obhut

Obhut   

Als Lukas (Jonas Holdenrieder) seiner Schwester Mara (Luise Heyer) anvertraut, dass er wegen einer pädophilen Neigung in Therapie ist, sind die beiden fest entschlossen, ihr enges Verhältnis davon unberührt zu lassen.  

Die enge Bindung wird durch das Geständnis allerdings auf eine harte Probe gestellt. Das anfängliche Verständnis weicht mehr und mehr einem beengenden Misstrauen und der lähmenden Angst, dass doch etwas geschehen könnte. Als mit Georgia (Morena Klotzbier) plötzlich ein Mädchen in Lukas‘ Fussballteam mittrainiert, wird Mara skeptisch und beginnt Lukas mehr und mehr zu kontrollieren und zu überwachen.      

Die Regisseurin und Psychologin Veronika Hafner nimmt sich in ihrem Spielfilm-Debüt einer sehr heiklen Thema an und trägt dies auf verschiedene Ebenen aus. Passend zu ihrem ursprünglich erlernten Beruf ausserhalb der Filmbranche stürzt sie sich mit Obhut in ein psychologisches Teilgebiet, das gesellschaftlich noch immer stark tabuisiert wird. Tolles deutsches Kino und lädt am Schluss zur Diskussion ein.    

Besetzung: Lee Byung-Hun, Son Ye-Jin, Woo Seung Kim

Regie: Park Chan-Wook  

Pillion

Pillion   

Colin (Harry Melling) ist das exakte Gegenteil eines harten Bikers: Selbst jenseits der 30 wohnt er noch bei seinen sich warmherzig um ihn kümmernden Eltern – und während er in seinem Job als männliche Politesse den ganzen lieben langen Tag verflucht wird, tritt er abends gerne mit seinem Barbershop-Quartett in den örtlichen Pubs des Londoner Vororts Bromley auf. Aber dann trifft er bei einem seiner Auftritte auf den überirdisch attraktiven Biker Ray (Alexander Skarsgård), der den im Vergleich etwas kleingewachsenen und sehr schmächtigen Colin keines Blickes würdigt – erst recht nicht in seinem komischen Sänger-Outfit. Jedoch beim Herausgehen lässt Ray tatsächlich eine Karte mit einer Telefonnummer zurück. Anders als gedacht: Ray ist Teil einer BDSM-praktizierenden Biker-Gang – und so sucht er weniger nach einem Partner auf Augenhöhe (da würde ja Colin eh nicht heranreichen), sondern einen devoten Sklaven, der froh sein darf, am Fußende seines Bettes auf dem Teppich schlafen zu dürfen. Die Geschichte bekommt eine unerwartete Wendung.

So bedeutet „Pillion“ im Biker-Kontext ganz einfach „Beifahrersitz“. Aber zugleich steht das Wort in der BDSM-Szene für den devoten Part in einer Beziehung. Und mit dieser doppelten Bedeutung macht nun auch Colin Bekanntschaft: Für ihn ist es schlicht himmlisch, wenn er auf Rays Beifahrersitz Platz nehmen darf. Zugleich besteht Ray aber auch ganz selbstverständlich und ohne vorherige konkrete Absprache darauf, dass Colin ihm alle Wünsche zu erfüllen hat – Kochen, Waschen und Putzen inklusive.  

„Pillion“ ist ein britischer Debütfilm von Harry Lighton, bringt eine unkonventionell Subkultur und zugleich eine romantische Komödie auf die Leinwand und gibt uns einen Einblick in eine BDSM-Beziehung. Kurzweilig und sehenswert. 

Besetzung: Harry Melling, Alexander Skarsgard

Regie: Harry Lighton

The president’s cake

The Presidents Cake   


Der Irak ist im Jahre 1990 während des zweiten Golfkriegs von einem Wirtschaftsembargo betroffen. Die neunjährige Lamia wurde von ihrem Klassenlehrer für die anspruchsvolle Aufgabe ausgelost, einen Geburtstagskuchen für Staatspräsident Saddam Hussein zu backen. Für sie wird die Aufgabe allerdings zur Bürde, denn sie und ihre Grossmutter sind mittellos und können sich die teuren Zutaten für einen Kuchen nicht leisten. Als die Grossmutter mit Lamia in die Stadt fährt, nutzt diese die Gelegenheit und macht sich mit ihrem Schulfreund Saeed (Sajad Mohamad Qasem) auf die Suche nach Zucker, Eiern, Mehl und Backpulver.      

Banin Ahmad Nayef als Lamia spielt ihre Hauptrolle mit diverse Gefühlslagen äusserst souverän. The President`s Cake macht vieles richtig, hat aber einige vorhersehbare Szenen. Aber im Gesamtfazit ist der Film ein dramatisches Abbild aus einem schwierigen Leben, was mit viel Herz zeigt. 

Besetzung: Baneen Ahmad Nayyef, Waheed Thabet Khreibat, Sajad Mohamad Qasem

Regie: Hasan Hadi

Rebuilding

Rebuild

Rebuilding ist ein Filmdrama von Max Walker-Silverman. Nachdem seine Ranch durch einen Waldbrand vollständig zerstört wurde, muss der zurückhaltende Dusty (Josh O’Connor) in einen provisorischen Wohnwagenpark ziehen. Zwischen gemeinsamen Mahlzeiten und geteilten Erinnerungen mit den anderen Bewohnern gelingt es ihm, sich allmählich zu öffnen. Dabei findet er noch mehr als dies, sondern auch den Weg zurück zu seiner kleinen Tochter.

Lily LaTorre stiehlt, meiner Meinung nach, als Dusty’s frühreife 9-jährige Tochter Callie-Rose, die er gemeinsam mit seiner Ex Ruby (Meghann Fahy) grosszieht, allen die Show. Die süssen Momente, in denen sie auf seinem Truck vor der Stadtbibliothek sitzen, um das WLAN zu nutzen, sind sowohl bezaubernd als auch herzerwärmend. Eine schöne Geschichte, jedoch ein bisschen zu ruhig für meinen Geschmack. Slow burn.

Besetzung: Josh O’Connor, Lily LaTorre, Mehan Fahy

Besetzung: Max Walker-Silverman

Rental Family

Rental Family   


Rental Family ist eine Tragikomödie von Hikari. Der Film handelt mit Brendan Fraser in der Rolle eines abgehalfterten US-amerikanischen Schauspielers namens Phillip, der in Tokio lebt und als „Mietfamilienmitglied“ arbeitet. Sei es als Ehemann, Sohn, Bruder oder Vater. Richtige Freundschaften konnte er in diesen sieben Jahren nicht knüpfen und verbringt einsam seine Abende in seinem kleinen Apartement. Was als Schauspielerei beginnt, entwickelt sich für Phillip langsam zu etwas Ehrlicherem, Unverfälschtem und Therapeutischem. Konfrontiert mit den moralischen Komplexitäten seiner Arbeit, entdeckt er wieder einen Sinn im Leben, Zugehörigkeit und die Schönheit menschlicher Beziehungen.   


Schöne Geschichte, gut und sehr feinfühlig erzählt. Eine Geschichte über die Vereinsamung in den Grossstädten ist universell. Situationen über verpasste Chancen, die man später nach Gutmachung sehnt.  

Brendon Fraser ist ausserordentlich überzeugend als ein Schauspieler. Gute Wahl von Hikari Fraser einzusetzen, da der Protagonist  durch seine Körpergrösse sofort aus der Menge heraussticht und seine Fremdartigkeit in Japan unterstreicht. Ein schöner Film über ein Tabu wie Mental Health in Japan.  

Besetzung: Brendan Fraser, Takehiro Hira, Mari Yamamoto

Regie: Hikari

Retreat

Retreat   

In einer isolierten Gehörlosengemeinschaft bricht Matts idyllische Welt zusammen, als Eva ankommt, was ihn dazu bringt, seine Identität und die Kosten für die Aufrechterhaltung seiner angeblich utopischen Gesellschaft in Frage zu stellen.      

Die Hauptdarsteller sind gehörlos, weshalb die Kommunikation im Film grösstenteils in britischer Gebärdensprache stattfindet. Evans, der selbst gehörlos ist, nutzt eine „Wir gegen die anderen“-Rhetorik, um Spannung und Geheimnisvolles aufzubauen. Allerdings funktioniert der Aufbau besser als der Schluss. Zu viele Fragen bleiben unbeantwortet, und für mich nicht stimmig.      

Besetzung: Sophie Stone, Anne Zander, Ace Mahbaz

Regie: Ted Evans

Roofman

Roofman   


Dieser Film basiert auf der wahren Geschichte von Jeffrey Manchester. Der exzentrische Serienräuber überfiel mehr als 60 Filialen einer Fast-Food-Kette. Nachdem er geschnappt und zu 45 Jahren Haft verurteilt wurde, brach er aus dem Gefängnis aus und versteckte sich monatelang in einem Toys-‚R-Us-Geschäft in North Carolina. Dort führte er ein skurriles Versteckspiel, ernährte sich von Babynahrung und hielt sich fit, indem er mit einem Kinderfahrrad durch den Laden fuhr. Letztendlich wurde er gefasst, nachdem er angeblich seine Fingerabdrücke auf einer Catch Me If You Can-DVD hinterlassen hatte.      


Der Film schwankt zwischen Drama, Komödie, Romanze und Krimi hin und her. Auch bei der Laufzeit darf man sich fragen, ob weniger nicht mehr gewesen wäre. Man hätte die Länge um einer halben Stunde kürzen dürfen ohne dass es der Geschichte geschadet hätte. Die Figuren waren alles sehr sympathisch, selbst wenn diese eigentlich ein Verbrechen nach dem anderen begeht. Eine solide Geschichte mit viel easy watching Faktor.   

Regie: Sandi DuBowski

The secret agent

Secret Agent   

Brasilien: 1977 im Würgegriff der Militärdiktatur. Im brasilianischen Spionagedrama The Secret Agent flüchtet sich ein Technologie-Experte und ehemaliger Lehrer (Wagner Moura) in den 70er Jahren in seine Heimatstadt Recife. Doch während er hofft, dort Zuflucht vor seiner Vergangenheit zu finden, entpuppt sich die Stadt als alles andere als sicher. Hauptfigur ist Marcello, gespielt von „Narcos“-Serienstar Wagner Moura. Gleich mehrfach wird der zurückhaltende Mann aus São Paulo von korrupten Polizisten drangsaliert. Er ist kein verdeckter Ermittler, wie ihm unterstellt wird, sondern auf der Flucht: vor Menschen, die ihm nach dem Leben trachten, und den Dämonen seiner Vergangenheit. Sie bevölkern seinen Kopf und säumen seinen Weg in die Millionenstadt Recife – denn es ist Karneval, und überall wird getanzt und getrunken. Das hilft beim Verdrängen der Realität.      

Marcello aber muss einen kühlen Kopf bewahren. Warum, bleibt bis zur Mitte des 160-Minuten-Films unklar. Da erst erzählt der Mann einer Unterstützerin, warum ein Regierungsmitarbeiter Auftragskiller auf ihn angesetzt hat und er das Land verlassen will…   

Wagner Moura überzeugt in seiner Rolle, die zwischen Resignation und Melancholie wechselt. Nicht ganz einfach der Story zu folgen, da die Handlung immer wieder mit Vor und Rückblenden unterbrochen wird. Aber mit 160 Minuten Länge ist auch hier – vielleicht ist weniger mehr?   

Besetzung: Channing Tatum, Kristen Dunst, LaKeith Stanfield

Regie: Derek Ciafrance

Silent friend

Silent friend   

Ein Baum im Mittelpunkt. Er ist das Zentrum dieses Films, verbindet Szenen, Menschen, Raum und Zeit miteinander. Denn „Silent Friend“ spielt nicht nur 2020, er führt auch in die 1970er-Jahre und in das Jahr 1908, als in Marburg erstmals Frauen zum Studium zugelassen wurden. Damals muss sich die junge Grete (Luna Wedler) einer Prüfung unterziehen, die so erniedrigend ist, dass es wehtut beim Zuschauen. Der Film ist alles andere als schweigsam, denn das Krabbeln eines Käfers, der Wind in den Baumkronen oder der Atem eines Menschen durchziehen den Streifen wie ein konstanter Flüsterstrom. Untermalt immer wieder mit abstrakte Bilder aus dem Inneren von Blättern und Gehirnen, Visualisierungen von Nervenströmen, chemische und elektrische Signale als farbige Ströme und flirrende Lichter.      

Ildikó Enyedi zählt zu den wichtigsten Regisseurinnen unserer Zeit. Die Ungarin gewann unter anderem Preise in Cannes und auf der Berlinale. Tony Leung ist ein Superstar des internationalen Arthouse-Kinos. Für seine Rolle in Wong Kar-Wais Drama „In the Mood for Love“ wurde er 2000 in Cannes als bester Schauspieler geehrt. Ein ruhiger Film mit einem Staraufgebot (Sédoux). Über 2 Stunden Länge entführt die Regisseurin die Zuschauer in eine Welt voller Reize, Stimmung und Zeitgeschichte. Dieser Film spricht ein ganz bestimmtes Publikum an.      

Besetzung: Tony Leung Chiu-wai, Luna Wedler, Enzo Brumm, Léa Seydoux

Regie: Iidiko Enyedi

The smashing machine


Smashing Machine

Ende der 1990er Jahre tritt der Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Mark Kerr zwar schon in der UFC an, seine grössten Fights jedoch absolviert er für den japanischen MMA-Veranstalter Pride Fighting Championships. Er ist opioidsüchtig, und im Gegensatz zu den USA werden harte Schmerzmittel in Fernost nicht einfach so verschrieben. Während ihn sein Mentor und bester Freun Mark Coleman konsequent unterstützt, ist seine Freundin Dawn Staples oft keine Hilfe, Kerr wieder auf den rechten Weg zurückzuführen.      

Die Stärke des Film trägt seine Filmfigur durch Widersprüchlichkeiten, Ängsten und Anstrengungen. Johnson`s spielt diesen Mann zwischen Sensibilität und Selbstsucht, Zweifeln und Zielstrebigkeit mit einer Feinheit, die nur wenige ihm zugetraut hätten. Womöglich erzählt er in dem Part auch ein kleines bisschen von seiner eigenen Wrestling-Vergangenheit. Starke Geschichte mit starkem Filmsoundtrack!      

Besetzung: Dwayne Johnson, Emily Blunt, Ryan Bader, Kenny Rice

Regie: Benny Safdie

The souffleur

The Souffleur   


In Gastón Solnickis Film „The Souffleur“ kämpft Lucius (Willem Dafoe), der langjährige Manager eines Wiener Luxushotels, gegen den Abriss seines Arbeitsplatzes. Als ein argentinischer Investor das Gebäude kauft, startet Lucius mit seiner Tochter und treuen Mitarbeitern eine Racheaktion, um sein Lebenswerk zu retten.      

Willem Dafoe hat nahezu schon alles ausprobiert und hat bekanntlich ein Faible für experimentelle Filme. In diesem Fall hat jeder eine Win-Win Situation: Die Filmemacher profitieren von seiner Namen, während Dafoe einen von etablierten Regeln befreiten Experimentierraum für sein Schauspiel zugesprochen bekommt. Leider eine Schwalbe noch keinen Sommer.      

Besetzung: Willem Defoe, Stéphanie Argerich, Camille Clair

Regie: Gastòn Sonicki

Splitsville

Splitsville   


Splitsville beginnt mit einer Trennung – einem „Beendigungsereignis“ – wie es in der ersten von sechs Kapitelüberschriften heisst – zwischen Carey und Ashley im Auto. Ashley verkündet kurzerhand das Ende ihrer Ehe, und schon geht es los auf einer holprige, aber letztendlich unterhaltsame Fahrt. Carey sucht Trost bei seinen besten Freunden Paul (Michael Angelo Covino) und erhält Unterstützung. Paul und seine Frau Julie offenbaren, dass ihre offene Ehe der Schlüssel zu ihrem Glück ist.


Splitsville auf eine Mischung aus Slapstick, Melancholie und emotionaler Überforderung. Der Film nimmt die moderne Beziehung mit Ihren Höhen und Tiefen unter die Lupe. Die Story ist absurd und gibt wenig her, aber als Kömodie ist sie unterhaltsam und kurzweilig.      

Besetzung: Dakota Johnson, Adria Arjona, Kyle Marvin

Regie: Michael Angelo Covino

Tuner

Tuner   


Der hochbegabte Pianist Niki White (Leo Woodall) steht am Beginn einer vielversprechenden Karriere, als eine seltene Hörstörung sein Leben abrupt verändert. Hyperakusis sorgt dafür, dass selbst leise Geräusche für ihn schmerzhaft werden. Aufgeben will Niki trotzdem nicht. Stattdessen findet er eine neue Aufgabe als Klavierstimmer – ein Beruf, bei dem sein extrem feines Gehör plötzlich zum Vorteil wird. An der Seite des erfahrenen, aber altersbedingt schwerhörigen Harry Horowitz (Dustin Hoffman) arbeitet er in wohlhabenden Haushalten und wird wie ein Sohn für ihn. Als Niki zufällig entdeckt, dass er mit seinem Gehör auch Tresore öffnen kann, gerät er in eine gefährliche Grauzone. Der zwielichtige Uri (Lior Raz) erkennt sein Talent und lockt ihn mit lukrativen Aufträgen und sein Leben wird mit einem Schlag völlig auf den Kopf gestellt.      

Der Film Tuner (2025), ein Heist-Thriller mit Leo Woodall und Dustin Hoffman. Der Film hat einen super Flow, gute Länge und besonders der Sound ist genial. Alles sehr stimmig. Nichts weltbewegendes, aber das muss ja auch nicht immer sein. 

Besetzung: Leo Woodall, Dustin Hoffman, Alisen Richmond-Peck

Regie: Gia Coppola

Twinnless

Twinless 


Zwei junge Männer lernen sich in einer Selbsthilfegruppe kennen, die auf die Trauerarbeit beim Verlust eine Zwillings spezialisiert ist. Der Film zeigt, wie zwischen den beiden Männern eine unerwartete Verbindung zwischen Heilung und einer ungesunden Co-Abhängigkeit schwankt. Ein zentrales Thema ist auch die Auseinandersetzung mit Homosexualität und unterdrückten Gefühlen, die im Verlauf der Handlung zunehmend Raum einnehmen. Vor allem Dylan O’Brian („Maze Runner“) überzeugt mit einem nuancierten, verletzlichen Spiel und beweist erneut seine Wandlungsfähigkeit jenseits früherer Mainstream-Rollen. In der Rolle des Dennis ist James Sweeney zu sehen, welcher auch das Drehbuch verfasst hat und selbst Regie führte. 

Ein äusserst unterhaltsamer, witziger Film. Man merkt, dass auch privat die Chemie zwischen Sweeney und O`Brian funktioniert. Eines der Highlights für mich an diesjährigen ZFF! 

Besetzung: Dylan O’Brien, Lauren Graham, Arkira Chantaratananond

Regie: James Sweeney

Unanimal

Unanimal 


Wie leben eigentlich Tiere in unserer modernen Welt? Wie sehen sie uns Menschen? Diese Frage stellt sich der Dokumentarfilm «Unanimal» und zeigt die erstaunlichen Anpassungsfähigkeiten der Tiere an unser modernes Leben. Angefangen mit Ratten und Tauben in den Innenstädten zu ungewöhnlichen Vorkommnissen wie Affen, die mit Zoowärtern einen Coca-Cola-Deal aushandeln und Pferden, die mit Jumbojets fliegen.  

Eine Dokumentation von Narrated von Erzählt von Schauspielerin Isabella Rossellini. Regisseurinnen Sally Jacobson und Tuva Björk. Ein interessantes Thema und  regt zum Nachdenken über unseren Platz in der Welt an. Leider auch hier, wird das Thema mit Samthandschuhen angefasst und auch sie möchten die ganze Maschinerie dahinter nicht zu sehr aufwühlen und den Unmut auf ihrer Seite bringen.  

Sprecherin: Isabella Rosselini

Regie: Tuva Björk, Sally Jacobson

Unidentified

Unidentified 

Unidentified handelt von Noelle Al Saffan (Mila Altiranisch), einer Polizeisekretärin, die nach dem Fund einer Frauenleiche in der Wüste eigenständig ermittelt. Als der Fall zu den Akten gelegt werden soll, sucht die True-Crime-begeisterte Mutter obsessiv nach der Wahrheit. Entgegen der Anweisung, den Fall als Unfall zu schliessen, ermittelt sie trotz Widerständen in einer von Männern dominierten Gesellschaft, um die Identität des Opfers zu klären.  

Es ist die Story einer starken, mutigen Frau, die für ihre Überzeugungen einsteht und sich nicht einschüchtern lässt – nicht einmal dann, wenn sie selbst ins Kreuzfeuer gerät und Ziel von Vergeltungsschlägen wird. Ein Thriller mit Twist aus Saudi Arabien von Haifaa Al-Mansour mit Mila Al Zahrani und Aziz Gharbawi. Sehr empfehlenswert.   

Besetzung: Abdullah Al-Qahtani, Mila Al Zahrani, Aziz Gharbawi

Regie: Haifaa Al-Mansour